Richtig gießen an heißen Sommertagen!

Pflanzen brauchen Wasser – aber wann, wie viel und wie gießt man richtig im Kleingarten?

Welches Wasser sollte man verwenden?

Regenwasser:

  1. Immer noch die beste Wahl fürs Gießen von Pflanzen.
  2. Mineralien und Nährstoffe passen meistens, es ist kostenlos verfügbar, nur die Menge halt begrenzt. Wer aber genug Tonnen fürs Regenwasser aufgestellt hat, kann auch kurze Trockenperioden gut ausgleichen.
  3. Faustregel: Auf 100m² Kleingarten eine Tonne mit 200 Litern bereitstellen.

Leitungswasser:

  • Zu kostbar, zu teuer und nicht gut für Pflanzen geeignet.
    • Besonders bei längerer Trockenheit kann das auch richtig ins Geld gehen
    • 1000 Liter Wasser sind schnell verbraucht.

Wann ist die richtige Gießzeit?

  • Eigentlich reicht ein Wort: morgens, aber etwas ausführlicher erklärt:
  • Früh morgens und dann zweimal hintereinander mit einem Abstand von etwa 30 Minuten. Das Wasser kann im kühlen Boden besser versickern.
  • Weiterer Vorteil: Die Wurzeln der Pflanzen wachsen dem Wasser hinterher – also tiefer. Dadurch können sie spätere Trockenperioden besser überstehen, weil in der Regel nur die oberen Bodenschichten komplett austrocknen. Der Kleingärtner spart also am Ende Zeit, um sich auch mal auszuruhen.
  • Abends / später Nachmittag ist die zweite Wahl, auch wenn es häufig aus beruflichen Gründen nicht anders geht.
    • Wer abends gießt, lockt mehr Schnecken an.
  • Mittags gießen? NEIN. Pure Verschwendung von Zeit und Wasser.

Wie viel Wasser benötigt eine Pflanze?

  • Es gibt keine Faustregel für die Menge. Sonnenblumen und Mais benötigen mehr Wasser als Kartoffel, ein Apfelbaum in der Regel mehr als eine Kirsche.
    • Achtet am besten auf die Blätter der Pflanze, krümmen sie sich ein oder schrumpeln etwas zusammen?
    • Klares Zeichen: Die Pflanze hat Durst.
  • Achtet auf den Untergrund: Bei Lehmboden immer warten bis das Wasser versickert ist, dann noch einmal nachgießen.
  • Lieber einmal viel und richtig (10 Liter und mehr aufbringen) und einen Tag Pause einlegen, als jeden Abend ein bisschen Wasser verteilen.

Wie gießt man richtig?

Bei allen Stauden, Bäumen, Gemüsesorte: von unten, nicht die Pflanzen von oben absprühen. Es sieht zwar nett aus, wenn das Wasser von den Blättern auf den Boden tropft. Aber es schadet eher:

Feuchtigkeit an den Blättern fördert Pilzerkrankungen, in der Mittagszeit kann das Wasser auch wie ein Brennglas wirken und die Pflanzen schädigen. Wasser nehmen die meisten Pflanzen außerdem nur über die Wurzel auf. Was soll es dann auf dem Blatt?

Von „oben“ gießen lässt sich nur der Rasen – und auch das am besten erst ab dem Nachmittag (zum Spaß für die Kinder geht das natürlich auch an anderen Zeiten). Denn auch hier gilt: Viele Rasenfläche sind durchs gut gemeinte Gießen zur Mittagszeit verbrannt, nicht verdurstet. Ein brauner Rasen kann also zeigen, dass zur verkehrten Zeit gegossen wurde.

Wie kann man Wasser sparen?

Mit einer Mulch Schicht kann der Boden ca. doppelt so viel Wasser festhalten als ohne Bodenbedeckung.

Welche Fehler sollte man also vermeiden?

  • in der Mittagszeit gießen
  • Leitungswasser fürs Gießen nehmen
  • Pflanzen absprühen, statt das Wasser an die Wurzeln zu geben
  • Gar nicht gießen, wenn es heiß und / oder trocken ist (nach spätestens drei Tagen ohne Regen sollte gegossen werden)

Noch ein wichtiger Hinweis:

Leitungswasser ist einerseits meist sehr kalt und lässt bei häufigem Gebrauch auch den PH -Wert im Boden durch den enthaltenen Kalk ansteigen, was verschiedene Pflanzen negativ beeinflusst.
Regenwasser dagegen verhält sich neutral und wird von allen Pflanzen gut vertragen.

Da wir jetzt erfahren haben, wie kostbar das Leitungswasser ist, sollten wir auch unbedingt vermeiden, dass Wasser verschwendet wird.
Wasser aus Planschbecken sollte nicht ausgeleert werden, sondern unbedingt zum Gießen verwendet werden und ein Wasserschlauch ist kein Spielzeug für Kinder!